Ende September war es erneut so weit: Die Gewinner*innen der diesjährigen VARIO DESIGN COMPETITION wurden in der „Agentur des städtischen Wandels“ in der Frankfurter Braubachstraße gefeiert. Das Highlight auch in diesem Jahr: Die drei Preisträger*innen sahen erstmals realisierte Prototypen ihrer Entwürfe.
Seit 2018 ruft das hessische Unternehmen jährlich zu dem mittlerweile etablierten Architektur- und Innenarchitekturwettbewerb auf, an dem Studierende oder junge Absolvent*innen teilnehmen können. Kreative Lösungen rund um das Thema Essen waren beim diesjährigen, mit einem Preisgeld von insgesamt 6.000 EUR dotierten Wettbewerb gefragt.
Aus 29 qualitätsvollen und innovativen Einreichungen vergab die Jury Gold, Silber und Bronze an die folgenden drei Entwürfe. Darüber hinaus wurde ein Sonderpreis der Taunus Sparkasse, ein Anerkennungspreis sowie ein Public Voting-Preis verliehen. Prototypen der prämierten Projekte wurden in der VARIO Werkstatt im hessischen Liederbach hergestellt und während der Preisverleihung erstmals ausgestellt.
1. PLATZ: FOOD ISLAND, NIDA COLAK
Das Konzept „Food-Island“ von Nida Colak stellt die Inszenierung und das Erleben der Insel-Metapher in den Mittelpunkt. „Food-Island“ soll als kurzzeitiger Treffpunkt für den kollegialen Austausch und für die gesunde Pause dienen. Zentrales Element des Entwurfs bildet ein großer, organisch geformter Tisch aus Eichenholz – große Pflanztöpfe und Schalen für Obst und Gebäck sind integriert und unterstützen das natürlich inspirierte Gestaltungskonzept. Während sich die herkömmliche Büro-Teeküche in einer Nische versteckt, tritt „Food-Island“ als schöner Ort des Zusammenkommens hervor und inszeniert sich als gesunde Oase. Die geschwungene Form und das Grün laden zum Verweilen ein. Die Formensprache, Materialwahl und Ausstattungsdetails der „Food-Island“ schaffen eine Abwechslung zur meist rechtwinkligen Arbeitswelt. Die Jury ist von der Notwendigkeit und vom Erfolg dieses wohltuenden Kontrapunktes inmitten der Bürolandschaft überzeugt und verleiht Nida Colak den 1. Preis.
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2. PLATZ: POLYHUB, MARA LUDCHEN
„PolyHub“ ist ein modulares Sitzmöbel, das in bestehenden Bürolandschaften neue Schwerpunkte setzt. Flächige Sitz-Module auf filigranen Metallgestellen gruppieren sich um einen Tisch und erlauben geschlossene und halboffenen Konstellationen. Auf einfache Weise schafft „PolyHub“ damit neue Kommunikationszonen oder Pausenbereiche. Das Hexagon bildet eine starke Form und stellt das Thema Kommunikation in den Vordergrund. Die hohen Rückenteile bieten Blickschutz und Schallabsorption und schaffen eine konzentrierte und persönliche Atmosphäre. „PolyHub“ ist eine einfache und wirkungsvolle Intervention, die den Zwischenräumen, die jedes Büro hat, neue Bedeutung gibt. Rückzugsort und konzentriertes Kommunikationszentrum zugleich, weckt der Entwurf sowohl von innen also auch von außen Interesse. Die Jury vergibt für diesen qualitätvollen Grenzgänger von Mara Ludchen den 2. Preis des Wettbewerbs.
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3. PLATZ: FLIP ME., MAGDALENA FAHRNER & MORIZ FISCHER
„Flip me.“ ist eine Funktionsfläche, die von einem Untergestell mit einer raffinierten Klappmechanik getragen wird. Durch eine einfache Drehbewegung lässt sich das Whiteboard in einen Arbeitstisch verwandeln – und wieder zurück. Damit können Arbeitssituationen jederzeit verändert, unterbrochen oder ergänzt werden. Verschiedene Gruppen können „Flip me.“ im Laufe eines Tages flexibel und ortsunabhängig für Besprechungen, Präsentationen, Workshops und insbesondere Pausen verwenden. „Flip me.“ kombiniert zwei Bürobasics zu einem integralen Element – die vertikale und die horizontale Fläche – und wird zum intuitiven Werkzeug für agiles Arbeiten. Vom vorliegenden Produktverständnis und der intelligenten Multifunktionalität dieses Konzeptes war die Jury gänzlich überzeugt und vergibt für „Flip me.“ den 3. Preis an Magdalena Fahrner und Moriz Fischer.
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SONDERPREIS DER TAUNUS SPARKASSE
Der Sonderpreis der Taunus Sparkasse geht an „Tabu!“ von Sonja Matt. Der Entwurf fordert die Pause als Pause zurück und nicht als Meeting mit vollem Mund. Unterbrechungen werden aus ihrer Sicht dringend benötigt, um Konzentration und Kreativität zu erhalten. Gleichzeitig ist im eng getakteten Team-Alltag aber jede Gelegenheit willkommen, sich abzustimmen. Hier setzt „Tabu!“ an: es fungiert als Instrumentarium, um gemeinsame Pausen am Tisch lebendig zu gestalten ohne über die Arbeit zu sprechen. Es bietet Module wie Aufbewahrung für Besteck, Kräuter und Licht. Zentrales Element ist der Buzzer, mit dem Gespräche über die Arbeit auf spielerische Weise gestoppt werden dürfen.
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ANERKENNUNGSPREIS
Besondere Anerkennung verdient laut der Jury das Konzept „TAKE AWAY TABLE“ von Hanna Maria Fritz und Mareike Hummel. Er thematisiert den guten Grund, warum Menschen wieder vermehrt im Büro arbeiten möchten: um Kolleg*innen zu treffen und sich in Gesellschaft auszutauschen – oder gemeinsam zu essen. Rein physisch besteht der Entwurf aus einer tragbaren Sperrholztischfläche mit ausgefrästen Vertiefungen für Geschirrteile und Utensilien. Die immaterielle und humorvolle Komponente des Entwurfes besteht in der physischen Interaktion. Der „TAKE AWAY TABLE“ funktioniert wie ein Bauchladen, allerdings braucht es dafür ein Gegenüber. Gemeinsam legen sich die Akteure die Tischfläche an; Größe, Abstand, Gewicht, Ort und Balance müssen dabei gemeinsam gefunden werden. Die Verbindung des humorvoll konzeptionellen Denkanstoßes mit der überraschend hochwertigen Ausführung hat die Jury begeistert.
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PUBLIC VOTING-PREIS
Das Public Voting hat „BLACK SHABLE“ von Julia Bergmann, Cécile Picking und Nele Schmerler mit 245 Likes auf Instagram gewonnen. „BLACK SHABLE“ ist im Wesentlichen eine ausklappbare Tischfläche, die in ein hohes Regal integriert ist. Mit vier Sitzwürfeln, die ebenfalls hier untergebracht sind, kann das Möbel zum Pausieren, Essen und auch zum Arbeiten genutzt werden. Die Tischfläche, die von Weitem wie ein IKEA-Hack anmutet, ist bei genauerem Hinsehen eine raffiniert gefaltete Fläche, die in einem Korpus extrem kompakt verstaut werden kann. „BLACK SHABLE“ ist eine platzsparende Lösung, die von ihrer gut funktionierenden Mechanik lebt. Für den 1:1 Mock-Up-Modellbau hat das Team schon vorhandene Möbelteile recycelt – ein kluger und verantwortungsvoller Entwurf, der die Online-Community überzeugt hat.![]()
Gratulation an alle Preisträger*innen der VARIO DESIGN COMPETITION 2023!