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Claire und Roderick Vos über die Designsprache von Pode

„Wir wählen ganz bewusst Formen, die nicht aufhören zu verführen und zu verblüffen.“



Bei der Zusammenstellung einer Designkollektion geht es um mehr als um einzelne Modelle. Man sucht die Verwandtschaft zwischen den unterschiedlichen Entwürfen, um der Kollektion ein eigenes, wiedererkennbares Antlitz zu verleihen. Bei Pode ist dies die Aufgabe der Art Director Claire und Roderick Vos. Seit 2016 bestimmen Sie, in welche Richtung sich die Kollektion und das Markenimage entwickeln. Eine Rolle, die stets komplexer und damit auch stets interessanter wird.



Weicher und runder


„Als wir anfingen, musste die Marke Pode erst noch ein richtiges Gesicht bekommen. Das galt auch für die Kollektion“, sagt Roderick. „Die Modelle hatten eine starke geometrische Formensprache. Viele gerade Linien und straffe Formen. In den letzten Jahren haben wir aber nach weicheren Formen gesucht. Weniger gerade Linien, sondern mehr „geschwungen“, mit abgerundeten Ecken. Bei den Sesseln lässt sich das sehr gut an den Modellen Cabut und Bibo und bei den Sofas an den Modellen Colla und Turia erkennen. Eine entsprechende Transformation muss bei einer Marke wie Pode übrigens mit Weitblick erfolgen. Wir stellen hochwertige Produkte her, die lange halten. Das bedeutet, dass auch die Designsprache eines Produkts lange Zeit relevant und benutzbar bleiben muss. Pode ist kein Hersteller von Trendprodukten. Deshalb wählen wir ganz bewusst Formen, die nicht aufhören zu verführen und zu verblüffen.“



Mehrwert


Gerade weil die Entwürfe von Pode eine lange Lebensdauer haben, hat sich unsere Arbeitsweise verändert. Claire: „Als wir anfingen, war alles etwas einfacher. Was wir machen wollten, gab es damals noch nicht. Aber jetzt, wo diese „fehlenden“ Modelle hinzugefügt wurden, müssen wir uns genauansehen, wo genau noch „Lücken“ sind. Welche Art von Möbeln oder Produkten innerhalb der Kollektion einen echten Mehrwert bietet. Dabei müssen wir mehrere Aspekte abwägen. Innovation, Wirtschaftlichkeit, Identität und vor allem Intuition: Jedes Modell entsteht aus den Bedürfnissen und Möglichkeiten, die diese Faktoren schaffen.“



Die Grenzen erweitern


Natürlich sind Roderick und Claire selbst die kreativen Kräfte hinter einigen erfolgreichen Pode-Modellen. In ihren Rollen als Art Director ist es jedoch ebenso wichtig, neue Designer zu finden. Roderick: „Wer innovative Designs will, arbeitet zusammen mit innovativen Designern. Begabte Menschen, die Pode voranbringen können. Wer etwas entwirft, das aktuell 100 % Pode ist, hinkt bereits hinterher. Wir suchen Designer, die das Pode von morgen gestalten. Und solchenDesignern kann man überall begegnen. Deshalb versuchen wir, über alle Grenzen hinweg zu suchen. Beispielsweise Designer wie Yonoh Studio und Meike Harde bringen beide eine sehr unterschiedliche Designsprache ein, was aber exakt für die Mischung von Stilen sorgt, die wir für Pode suchen. Wir betrachten Pode auch nicht als eine niederländische, sondern als eine internationale Marke. Das ist unser Anspruch, und wer diesen Anspruch hat, muss auch mit internationalen Designern zusammenarbeiten.“



Antennen


Intuition ist sehr wichtig. Auch um herauszufinden, wie die Menschen wohnen möchten und wie die Pode-Kollektion darauf reagieren kann. „2016 haben wir gesehen, dass weiche, organische Formen immer präsenter wurden. Und vor etwa zwei Jahren begannen die Menschen, ihre Sofas mutiger und spielerischer zu nutzen, um ihre Einrichtung besser auszunutzen. Zwecks Erkennung solcher Entwicklungen sind unsere Antennen immer ausgefahren. Zum Beispiel auf Social Media und auf Reisen, aber eigentlich zu jeder Tageszeit. Und mit der Eröffnung unseres allerersten hauseigenen Pode-Showrooms im Leolux Experience Center in Breukelen fügen wir diesen Antennen ein sehr schönes „Radargerät“ hinzu. Denn dort können die Menschen die Pode-Kollektion in ihrer perfekten Form erleben. Wir profitieren von ihren echten Reaktionen. Auf der Grundlage dieses direkten Feedbacks können wir mit Pode den nächsten Schritt machen.“